Zunahme oder Rückgang von Kahlschlag in Amazonien?

Brasilianische Regierung nutzt die Existenz zweier Systeme aus

Der heute offiziell verkündete Rückgang der Abholzung in Amazonien um 18 % im Zeitraum 2013-2014 ist eine doppelt gute Nachricht. Neben dem Rückgang an sich, verringert sich auch der Verdacht, dass das Gegenteil der Fall sein könnte.

Während des brasilianischen Wahlkampfes in den letzten Monaten hielt die Regierung Informationen zurück, um der Wiederkandidatur der amtierenden Präsidentin Dilma Rousseff nicht zu schaden. Versteckt wurden die monatlichen Daten des Systems Deter, das Satellitenbilder nutzt, um Überwachungsaktionen der Umweltamtes Ibama auf die richtigen Wege zu leiten.

Dieses System ist sehr viel ungenauer als die nun veröffentlichten jährlichen Daten des Systems Prodes. Die Regierung hat recht, wenn sie behauptet, dass Deter nicht entwickelt wurde, um die Abholzung zu messen, doch das System wurde bislang immer zur Angabe von Tendenzen benutzt, solange die offiziellen jährlichen Zahlen noch nicht vorliegen.

Fakt ist, dass die Deter-Zahlen für August und September weiterhin im Ungewissen gehalten werden, obwohl das Umweltministerium versprochen hatte, sie heute mit den Prodes-Zahlen zu veröffentlichen.

Die Zeitung Folha de São Paulo hatte am 8.November geschrieben, dass in den letzten Monaten vor den Wahlen, im August und September, die Abholzung in Amazonien sprunghaft angestiegen sei: 1626 Quadratkilometer Wald seien zerstört worden, 122 % mehr als in den beiden Monaten im Vorjahr. Die brasilianische Regierung hatte dies weder bestätigt noch abgestritten.

In Wirklichkeit nutzt das Umweltministerium die Existenz der beiden Überwachungssysteme aus, um den Eindruck zu erwecken, dass die Informationen, die Waldvernichtung sei rapide während des Wahlkampfes gestiegen, falsch seien. Dabei handele es sich um zwei verschiedene Zeiträume.

Die Prodes-Zahl bezieht sich auf zwölf Monate von August 2013 bis Juli 2014. Die Deter-Zahlen dagegen umfassen die beiden folgenden Monate. Damit deutet sich an, dass die Regierung die für sie positiven Zahlen als Erfolg veröffentlicht hat, während die schlechte Nachricht von der wieder wachsenden Zerstörung Amazoniens ab August diesen Jahres zurückgehalten wurde. Der Beweis dafür kann aber erst geliefert werden, wenn in einem Jahr die Prodes-Zahlen für den Zeitraum 2014-2015 geliefert werden. Bis dahin muss die Umweltministerin Izabella Teixeira wohl mit Katia Abreu als Landwirtschaftsministerin rechnen, die sich als Senatorin im Bundesstaat Tocantins aktiv für das Agribusiness, für chemische Pflanzenschutzmittel und Gen-Mais einsetzt.

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